Freiwillige Feuerwehr Lauterbrunn e.V.

Heimatgeschichte

Ein Stück Heimatgeschichte von Lauterbrunn

Nach der geschichtlichen Überlieferung ließ sich ein Trupp germanischer Einwanderer etwas um 500 an irgendeiner passenden Örtlichkeit nieder und nutzte das umgebende Gelände als Acker, Wiese und Wald. War das Land fruchtbar, so lagen auch schon die ersten Siedlungen einander verhältnismäßig nahe. Zahlreiche Einzelhöfe entwickelten sich zu Dörfern. Es entstanden die Burg-, Berg- und Talorte, die Reichenorte, die Orte mit Baum- und Waldnamen, die Bachorte und die Orte mit Wiesen, Mähdern und Äckern, und zuletzt die Brunnenorte wie Lauterbrunn.

 
Der erste bäuerliche Siedler hieß wohl Lütheri, er ließ sich nieder an der klaren Quelle. Sein Hof ging im Laufe der Zeit in fremde Hände über, und zwar in die des Zisterzinserklosters Kaisheim. Das Kloster Kaisheim, seit 1254 Besitzerin des Hofes, überließ 1290 die Rodung des Waldes vertraglich einem Unternehmen. Ein Reutmeister sollte mit seinen Gesellen 32 Lehen roden, ihm wurde auch die niedere Gerichtsbarkeit zuerkannt.
 
Die Rodung von Lauterbrunn bedeutet den Abschluß der Besiedlung des Biberbachtales.

Ein Denkmal, das auf die kaisheimische Gründung zurückweist, hat sich aber noch bis ins 18. Jahrhundert erhalten: Das Patrozinium „Unser Lieben Frau“, der Schutzpatronin des Zisternienserordens.
 
Seit 1728 hat die Kirche zu Lauterbrunn als Schutzpatron den Hl. Veit. Im Mittelalter (1200 – 1500) wählten sich viele Kirchen einen anderen Schutzpatron, die Bauern wollten Schutzheilige für Vieh und Stall, so auch die Lauterbrunner.
 
In Kriegszeiten hatte die Bevölkerung zwar nicht das auszuhalten, was an großen Heerstraßen ertragen werden musste, allein ganz verschont blieb sie dennoch nicht.
 
Das Geschlecht der Köhler ist nahezu ausgestorben, doch heute gehen wieder rußige Grüße aus den Holzwinkeln in die nähere und weitere Umgebung hinaus.

So sprachen einst die Städter
„Da, wo die Welt mit Brettern vernagelt ist, wo Fuchs und Hase einander gute Nacht sagen, wo die Sonne nicht jeden Tag aufgeht, wo der Mensch sich wieder zurückentwickelt zu „Holzkatze“, da sind die Holzwinkel, eine mit landschaftlichen Reizen wohlausgestattete Gegend. Was an den Holzwinkeln schlimm ist, ist noch zu ertragen, um das Gute an ihnen darf sie der Großstädter mit Recht beneiden. Um die herrlichen Wälder mit ihrer Ruhe und Stille. Alles in Allem: „Die Holzwinkel sind ein Paradies.“

Josef Huttner